Lebensraum Mobilität – genial gestaltet

Mobilität schafft Lebensqualität: durch automatisiertes Fahren, Elektrifizierung und Konnektivität

Wenn wir uns etwas wünschen dürften: Wie könnte ein großartiger Ort zum Leben aussehen? Er wäre wohl umgeben von sauberer Luft, von intakter Natur, von einem stressfreien Miteinander und kombiniert mit allerlei Annehmlichkeiten. Und Staus, Lärm, Hektik – das braucht eigentlich niemand, weder auf dem Land noch in der Stadt. Eine der Voraussetzungen für einen solchen, genial gestalteten Lebensraum: flexible und reibungslose Mobilität. Sicher soll sie sein, sauber natürlich und voller Komfort intelligent vernetzt. Das ist längst keine Zukunftsmusik mehr – sondern machbar.

„Man in motion“  Der neue Continental Imagefilm

Freie Fahrt für den CUbE

Was ist schwarzgelb, nahezu lautlos und sieht aus wie eine Liftgondel auf vier Rädern? Das ist das Robo-Taxi CUbE. Der Entwicklungsträger ist schon heute testweise auf einigen Strecken auf dem Werksgelände in Frankfurt unterwegs, um das autonome Fahren wie auch seine Passagiere weiter voranzubringen. CUbE steht für Continental Urban mobility Experience – mit dem intelligenten Fahrzeug erprobt und erforscht Continental den fahrerlosen Personentransport. Wie auch heute schon beim normalen Taxi teilweise möglich, wird der CUbE über eine App gerufen, und schon fährt das selbstfahrende Robo-Taxi vor, um individuelle Mobilitätswünsche zu erfüllen. Dadurch können viele Menschen auf ein eigenes Fahrzeug verzichten und so den Individualverkehr spürbar entlasten, verstopfte Straßen und die lästige Parkplatzsuche wären damit Themen der Vergangenheit. Für Dr. Andree Hohm, Leiter des Projekts Self-Driving Car bei Continental, liegen die Vorteile dabei auf der Hand: „Es ist deutlich intelligenter, fahrerlose Fahrzeuge möglichst permanent zu betreiben als unzählige private Pkw, die im Schnitt oft 23 Stunden am Tag stillstehen und Platz belegen, der z. B. für Parks und Spielplätze genutzt werden kann.“

Der Entwicklungsträger ist schon heute testweise auf einigen Strecken auf dem Werksgelände in Frankfurt unterwegs, um das autonome Fahren wie auch seine Passagiere weiter voranzubringen.
Was ist schwarzgelb, nahezu lautlos und sieht aus wie eine Liftgondel auf vier Rädern? Das ist das Robo-Taxi CUbE.

Umdenken ist notwendig

Laut einer Studie der UNO werden im Jahr 2050 weltweit bereits zwei Drittel aller Menschen in Städten leben – in solch hoch verdichteten Ballungsräumen wird Autofahren immer mehr zum Stausitzen. Eine erstaunliche Zahl unterstreicht dies: So betrug z. B. im Jahr 2016 die aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit in London nur noch 7,8 Meilen pro Stunde. Und, mal ganz abgesehen vom statistisch belegten Schneckentempo: Hinzu kommen im tagtäglichen Verkehrsinfarkt Unfälle, Emissionen, notorische Parkplatznot und Stress. „Neue Ideen sind gefragt“, bestätigt Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG und Leiter der Division Chassis & Safety, „deshalb sind Robo-Taxis schon lange nicht mehr Science-Fiction-Filmen aus Hollywood vorbehalten. Wir arbeiten intensiv am CUbE und seiner praktischen Erprobung – mit solchen Konzepten lässt sich die urbane Mobilität revolutionieren.“

Die Zukunft der individuellen Mobilität in Städten ist autonom, elektrisch und wird ein Teil der Sharing Economy

Frank Jourdan,
Mitglied des Vorstands der Continental AG und Vorsitzender der
Geschäftsleitung der Division Chassis & Safety

Laden leicht gemacht

Es gibt zwei Fragen, die jeder kennt, der elektrisch unterwegs ist: Erstens, warum muss das Laden an einer Elektrotankstelle eigentlich immer so lange dauern? Und zweitens, welche Ladestation ist für mein Fahrzeug geeignet? Jetzt gibt es eine einzige gute Antwort darauf: Die Weltneuheit AllCharge macht Elektroautos universal fit für jede Ladetechnik und spart dabei viel Zeit ein.

Welcher Strom darf’s denn sein?

Heute lassen sich Fahrzeugbatterien noch nicht so praktikabel nachladen, wie man das im Alltag gerne hätte: Das Laden mit Wechselstrom dauert lange, während das deutlich schnellere Laden mit Gleichstrom nicht bei jedem Fahrzeug möglich ist. Gleichzeitig sind die Wechselstrom-Ladestationen sehr viel stärker verbreitet, da sie kostengünstiger in der Anschaffung sind – und zusätzliche Gleichstrom-Zapfsäulen benötigen weiteren Platz, über den nicht jeder Ladestationen-Anbieter verfügt. Ein echtes Dilemma, das nun gelöst wurde: „Das AllCharge-Ladesystem ist der Universalschlüssel für das Laden, der für jede beliebige Säule passt“, erklärt Dr. Martin Brüll, verantwortlicher Experte für das AllCharge-Ladesystem: „Das System besitzt einen Wandler für Wechsel- und Gleichstrom, der immer die optimale Spannung zur Batterie hin regelt. So kann das AllCharge-System bis zu 800 Volt Spannung und Leistungen von derzeit 150 Kilowatt und perspektivisch bis zu 350 Kilowatt annehmen.“ Und was bedeutet das für Reichweiten und Ladezeiten, Herr Dr. Brüll? „350 Kilowatt Ladeleistung bringen immerhin rund 150 Kilometer Reichweite in 5 Minuten Ladezeit. Bis zu zwölfmal schnelleres Laden ist auf diese Weise möglich – und das ist ein dickes Plus an Komfort in der Elektromobilität.“

 

Egal wie schnell sich die Infrastruktur künftig entwickelt: Ein Fahrzeug mit AllCharge-Ladetechnik wird immer das Beste aus der Ladesäule herausholen.

Martin Brüll,
verantwortlicher Experte für das AllCharge
Ladesystem bei Continental

Tanken ohne zu tanken

Die erste Tankstelle der Welt war eigentlich eine Apotheke: Bertha Benz war mit ihren beiden Söhnen und dem Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 südlich von Heidelberg liegengeblieben. Also kaufte sie in der Wieslocher Stadt-Apotheke beim Apotheker Ockel etwas Leichtbenzin, um doch noch nach Pforzheim zu gelangen. Das war im August 1888, und seitdem versorgen wir uns an eigens dafür vorgesehenen Plätzen mit Treibstoff. Schwer vorstellbar, doch heißt es möglicherweise bald „Adieu, Zapfhahn?“ Wer weiß – vielleicht werden wir zukünftig wirklich nie wieder unsere Fahrten unterbrechen müssen, nur um an Tankstellen Zeit zu verlieren, während unsere Batterien Ladebalken sammeln. Dieser Vision kommen wir immer näher, auch, wenn das Perpetuum mobile noch nicht erfunden wurde: und zwar mit einem denkbar einfachen Prinzip, das viele bereits von ihrer elektrisch betriebenen Zahnbürste oder der eigenen Smartphone-Ladestation kennen. Continental präsentierte im Juni 2017 auf einer Teststrecke, dem werkseigenen Contidrom in Jeversen, erstmalig für Elektroautos das automatisierte kabellose Laden – besser bekannt als induktives Laden.

 
 

Unschlagbarer Komfort

„Es gibt einige Gründe, warum Fahrer eines Elektroautos heutzutage nicht jede Ladechance nutzen. Regen, Kälte, wenig Platz, all das macht das Hantieren mit einem Ladekabel nicht gerade zum Vergnügen“, erklärt Thomas Röhrl, Experte für das induktive Ladesystem bei Continental. Vor allem bei eher kurzer Parkdauer könne dies dazu führen, dass Fahrer den Aufwand scheuen und eine Lademöglichkeit vergeben. „Ob kurzer Stopp vor dem Supermarkt, das Parken vor dem Kino oder kommunale Parkplätze: Wo immer das induktive Ladesystem zukünftig vorgehalten wird, lässt sich völlig mühelos jede Ladechance nutzen“, so Röhrl weiter. „Das ist Laden einfach so im Vorbeigehen – und viele kurze Ladezeiten ergeben unter dem Strich genauso viel Energie wie eine lange. So steigert sich die Reichweite der Fahrzeuge ganz ohne Anstrengung.“ Die induktive Ladelösung von Continental leistet bis zu 11 Kilowatt: Bei einer solchen Ladeleistung bedeutet eine Minute Ladezeit ca. einen Kilometer Reichweite. „Nur 20 Minuten Einkaufen, das sind dann schon bis zu 20 Kilometer mehr Reichweite“, sagt Röhrl, „praktischer und komfortabler geht’s nicht.“

Der Genius wird definiert als die schöpferische Kraft des Geistes – können wir damit den Lebensraum Mobilität gestalten? Natürlich: Schon heute tragen überall auf der Welt Menschen mit ihren Ideen dazu bei, die Lebensqualität zu steigern, die Umwelt zu entlasten und die Mobilität insgesamt zu verbessern. So folgt die technologische Entwicklung seit jeher dem Willen zur Innovation: Die Visionen von heute werden die Realitäten von morgen sein.

Continental Magazin Ausgabe 2/2017